Das passende Training Kubernetes Einführung Training – 3 Tage Praxis mit Live-Cluster
Dashboard archiviert, Lens bezahlpflichtig: Woran du erkennst, ob eine Kubernetes-GUI offen bleibt

Das passende Training Kubernetes Einführung Training – 3 Tage Praxis mit Live-Cluster

Dashboard archiviert, Lens bezahlpflichtig: Woran du erkennst, ob eine Kubernetes-GUI offen bleibt

Ganz ehrlich: Wenn du eine grafische Oberfläche für deinen Cluster suchst, guck nicht auf die Sterne. Guck auch nicht auf die Screenshots. Guck, wem das Ding gehört.

Liegt ein Projekt bei einer Foundation wie der CNCF, ist das für mich das verlässlichste Signal, dass es offen und kostenlos bleibt. Deshalb ist Headlamp heute die sichere Wahl. Lens nicht.

Das Muster, das ich wie die Pest hasse

Erst kostenlos und schick. Alle installieren es, alle empfehlen es weiter. Und dann kommt das Preisschild. Wenn sich ein Projekt Open Source nennt, soll es auch offen bleiben. Punkt.

Lens hat genau diese Nummer hingelegt. Mirantis, die Firma dahinter, hat 2022 ein Abo eingeführt, und seit Januar 2023 müssen größere Firmen zahlen. Kostenlos bleibt’s nur für die Kleinen. Die Open-Source-Version hat Mirantis später auch noch eingestellt.

Docker Desktop ist zwar keine Kubernetes-GUI, hat 2021 aber eine ähnliche Masche gezogen: Preisschild für größere Firmen. Ich hab selbst erlebt, wie ein Kunde deswegen zu Rancher Desktop gewechselt ist. Der Grund war nicht die Technik. Der Grund war die Lizenz.

Sterne helfen dir da übrigens null. Die zeigen, wer gestern beliebt war, nicht, wer dir morgen eine Rechnung schickt. Das hab ich bei Bitnami auf Artifact Hub schon durchgekaut.

Das Signal: Wem gehört der Laden?

Gehört ein Werkzeug einer Firma, entscheidet die Firma über die nächste Version und den Preis. Ein Beschluss, ein paar Monate Frist, fertig. Was schon offen veröffentlicht ist, bleibt zwar offen. Aber von altem Code allein wird keiner satt.

Eine Foundation funktioniert eher wie ein Verein. Den Vereinsnamen und die Satzung kann kein einzelnes Mitglied verkaufen. Bei der CNCF heißt das: Die Marke gehört der Linux Foundation, und der Code kommt unter eine offene Lizenz. Den Code kann dir keine einzelne Firma mehr wegschließen. Wer die fertigen Releases baut, ist eine andere Frage. Dazu gleich mehr.

Headlamp ist genau so ein Fall. Angefangen hat es bei Kinvolk, heute Teil von Microsoft. 2023 kam es als Sandbox-Projekt zur CNCF, inzwischen liegt es bei der SIG UI des Kubernetes-Projekts selbst.

Entscheidungsgrafik: Erste Frage bei einer Kubernetes-GUI ist, wem das Projekt gehört. Gehört es einer einzelnen Firma, entscheidet diese über die nächste Version und den Preis; Beispiel ist Lens mit Abo-Pflicht für größere Firmen seit 2023, dazu Docker Desktop, keine Kubernetes-GUI, aber ein ähnliches Muster seit 2021. Risiko: Preisschild per Firmenbeschluss. Gehört es einer Foundation oder dem Kubernetes-Projekt, gehört die Marke der Foundation und der Code bleibt unter Apache 2.0 offen; Beispiele sind das Kubernetes Dashboard, 2026 mangels Maintainern archiviert und nie kostenpflichtig, und Headlamp als Empfehlung unter Apache 2.0. Risiko: Das Projekt schläft ein, oder eine Firma verkauft die stabilen Releases, wie bei Linkerd.

Was die Foundation nicht verspricht

Jetzt kommt der Teil, der in keiner Vergleichsliste steht. Auch das Kubernetes Dashboard war ein offizielles Kubernetes-Projekt. Und im Januar 2026 war trotzdem Schluss: archiviert, weil die Maintainer fehlten.

Im Verein kann eben auch mal eine Abteilung dichtmachen, wenn keiner mehr zum Training kommt. Der Verein bleibt, die Abteilung ist weg. Das Dashboard ist eingeschlafen, aber es hat nie einen Cent gekostet. Und den Ersatz hat das Projekt im README gleich selbst genannt: Headlamp.

Und dann gibt’s noch die Hintertür. Nimm Linkerd. Liegt brav bei der CNCF. Aber die stabilen Releases baut das Projekt seit 2024 nicht mehr selbst, die gibt’s bei Buoyant. Für den Produktivbetrieb ab 50 Mitarbeitern gegen Geld.

Das Rezept ist frei, Probebrötchen gibt’s jede Woche umsonst (die Edge-Releases). Das Brot mit Haltbarkeitsdatum kostet. Deshalb lohnt der zweite Blick: Wer baut die Releases, die du installierst?

WerkzeugWem gehört’sWas passiert istQuelle
LensMirantisAngekündigt am 28.07.2022; seit 02.01.2023 Abo-Pflicht für Organisationen mit mehr als 10 Mio. Dollar Umsatz oder Finanzierung, kostenlose Personal-Lizenz für Kleine; Open-Source-Version eingestelltLens-FAQ „Subscription and Licensing", README lensapp/lens
Docker Desktop (keine Kubernetes-GUI)Docker Inc.Seit 31.08.2021 Abo-Pflicht für Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern oder mehr als 10 Mio. Dollar Jahresumsatz, Übergangsfrist bis 31.01.2022Pressemitteilung von Docker, 31.08.2021
Kubernetes DashboardKubernetes-Projekt, SIG UIAm 21.01.2026 archiviert: „no longer maintained due to lack of active maintainers and contributors"; Empfehlung: HeadlampREADME kubernetes-retired/dashboard
HeadlampKubernetes-Projekt, SIG UI (CNCF-Sandbox seit 17.05.2023)Apache 2.0, Release 0.45.0 vom 20.08.2026Repository kubernetes-sigs/headlamp, CNCF-Projektseite
LinkerdCNCF, GraduatedSeit Februar 2024 keine stabilen Releases mehr aus dem Projekt, sondern von Anbietern wie Buoyant (Buoyant Enterprise for Linkerd, im Produktivbetrieb ab 50 Mitarbeitern kostenpflichtig)linkerd.io/releases, Preisseite von Buoyant
Regel der CNCFLinux FoundationMarke und Logo gehen an die Linux Foundation; „All outbound code will be made available under the Apache License, Version 2.0." (Ausnahmen nur mit Zustimmung des Governing Board)CNCF-Charter, Abschnitt 11

Meine klare Ansage

Bevor du eine Oberfläche in dein Team holst, stell eine Frage: Wem gehört sie? Foundation oder Kubernetes-Projekt schlägt Firma. Und dann gleich die zweite: Wer baut die Releases?

Im Training zeige ich grafische Oberflächen und K9s übrigens, eingesetzt wird beides kaum. Ich bin kein Masochist. Aber an die Kommandozeile gewöhnst du dich nur, solange du noch musst. Und kubectl hat noch nie eine Rechnung geschickt. Wie du damit sicher durch deinen Cluster kommst, üben wir in meinem Training Kubernetes Einführung.